Allgemein, Reisen

Update #1: Der erste Monat in Australien ist um

Nun bin ich schon vor über einem Monat hier in Australien. Einerseits kommt es mir so weit weg vor, dass ich mich von meinen Lieben verabschiedet habe, aber auf der anderen Seite ist die Zeit auch wie im Fluge vergangen.
Ich habe mir überlegt, dass ich nun regelmäßig einen Beitrag mit einem persönlichen Update schreiben werde, in dem ich zusammenfasse was in den vergangenen Wochen alles passiert ist und wie es mir hier ergeht. Um das Ganze etwas übersichtlicher zu gestalten, werde ich den Beitrag in Kategorien einteilen (die Idee habe ich mir aus Au Pair Videos auf YouTube abgeschaut).

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Gefühlslage
Meine Gefühlslage ist nach wie vor super. Mir geht es wirklich richtig gut hier und ich habe mich sehr schnell eingelebt. Ich habe hier wirklich schon ein zweites zu Hause gefunden und bin unendlich glücklich, dass ich mich für die Familie und den Ort entschieden habe. Außerdem habe ich im letzten Monat so viel erlebt und so viele tolle Dinge gesehen, das kann ich gar nicht in Worte fassen. Heimweh hatte ich bisher noch keins. Natürlich vermisse ich meine Familie und meine Freunde, aber durch Skype, WhatsApp und E-Mails, ist es so leicht den Kontakt zu halten, dass es einfach okay ist.

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Erlebnisse
Ich habe das Gefühl, dass ich im letzten Monat so viel erlebt habe, wie manche Menschen in einem ganzen Leben. Natürlich liegt das auch daran, dass hier zu Beginn alles noch anders und aufregend war (und größtenteils immernoch ist), so dass ich genaugenommen einfach irgendwo hinfahren konnte um etwas neues zu erleben. Anfangs hatte ich sogar ein richtig schlechtes Gewissen, wenn ich mal einen Tag nur zu Hause war, weil ich dachte ich muss unbedingt etwas anschauen und erleben. Ich habe die ersten Male sogar über eine Stunde im Supermarkt verbracht, nur um mir alles anzuschauen (ich liebe es Supermärkte in anderen Ländern zu erkunden! Ich war hier übrigens auch schon bei Aldi – der ist allerdings komplett anders als der deutsche Aldi). Es geht hier aber natürlich eher um die ‚großen‘ Ereignisse und auch davon gab es bereits einige. Ich habe in meinem ersten Monat schon Kängurus und Koalas gesehen, bin über die Great Ocean Road gefahren, war am anderen Ende der Mornington Peninsula (in Sorrento) und in Melbourne. Außerdem fahre ich jeden Tag mit dem Auto auf der linken Seite und habe das Gefühl, als hätte ich nie etwas anderes getan.
Letztes Wochenende bin ich für ein langes Wochenende an die Ostküste geflogen und habe eine Freundin in Brisbane besucht. Dort haben wir die Stadt erkundet und viel Zeit im Pool verbracht (dort habe ich mir leider auch meinen ersten Sonnenbrand geholt), sind einen Tag runter an die Gold Coast gefahren und jeden Tag über 10 km zu Fuß gegangen. Es war auf jeden Fall ein tolles Wochenende und mein erster großer Trip war ein voller Erfolg!
Nun bin ich gerade fleißig dabei, meine nächsten Trips zu planen, denn ich will meine Zeit hier auf jeden Fall so gut es geht ausnutzen und so viel wie möglich von Australien sehen.
Es gab allerdings auch schon ein negatives Erlebnis, denn in meiner dritten Woche hatte ich einen kleinen Unfall mit der 6-jährigen im Schwimmbad. Sie ist ziemlich unglücklich ausgerutscht und hat sich den Kopf angeschlagen. Das war für mich im ersten Moment natürlich ein großer Schock und ich habe mich schrecklich gefühlt als ich die Mutter angerufen habe, um ihr davon zu berichten. Im Endeffekt war es nur eine Platzwunde und ein geprellter Fuß, aber ich habe mir trotzdem große Vorwürfe gemacht, obwohl ich ja wusste, dass es nicht meine Schuld war. Zum Glück ist alles gut gegangen und auch meine Gasteltern haben gesagt, das hätte genauso gut passieren können, wenn sie mit den Mädchen dort gewesen wären. Ich hoffe einfach mal, dass es bei dem einen Unfall bleibt.
Zum Glück überwiegen bisher aber definitiv die positiven Erlebnisse und ich kann es kaum erwarten was noch alles kommt.

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Sorrento
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Der nobelste H&M in Melbourne
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Melbourne
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Brisbane
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Gold Coast

Verhältnis zur Gastfamilie
Ich muss wirklich sagen, dass ich einen absoluten Glücksgriff mit meiner Familie gelandet habe. Für mich stimmt hier einfach alles. Bereits nach meiner zweiten Woche waren wir uns alle einig, dass es sich so anfühlt, als sei ich schon ewig hier (im positiven Sinne). Meine Arbeitszeiten sind perfekt um die Gegend zu erkunden, mir ein Sozialleben aufzubauen und zu reisen. Ich habe jeden Tag frei während die Mädels in der Schule sind (von 9 – 15 Uhr) und außerdem fast immer lange Wochenenden, was natürlich perfekt ist, um meine Reisepläne umzusetzen.
Auch hier im Haus fühle ich mich super wohl. Ich habe fast die gesamte untere Etage für mich und die Familie achtet sehr darauf, meine Privatsphäre zu wahren. Genauso ist es auch mit meiner Freizeit – meine Gasteltern sagen den Kindern immer wieder, dass ich abends und am Wochenende auch Zeit für mich brauche und nicht immer zu ihrer Verfügung stehe. Mich stört es aber meistens gar nicht auch in meiner Freizeit ein wenig Zeit mit den Mädchen zu verbringen. Am Samstag war ich zum Beispiel mit der 8-jähriegen im Shopping Center, weil sie ein Geschenk für ihre Schwester kaufen wollte. Trotzdem finde ich es gut, dass die Eltern den Mädels klar machen, dass es auch mal sein kann, dass ich keine Zeit für sie habe, oder eben einfach Zeit für mich brauche. Genauso wichtig ist es ihnen, dass sich die Mädels mir gegenüber gut benehmen und auf mich hören, das betonen sie den Kindern gegenüber immer wieder, wenn es mal nicht so gut läuft.
Mit meinen Gasteltern verstehe ich mich wirklich sehr sehr gut. Abends schauen wir eigentlich immer gemeinsam Fernsehen oder unterhalten uns einfach. Meine Host Mom hat letztens sogar schon gesagt, dass ich das Au Pair bin, mit dem sie sich bisher am besten versteht. Das war für mich wirklich ein sehr großes Kompliment!
Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass sie sehr auf meine Sicherheit bedacht sind. Wenn ich mit dem Zug nach Melbourne fahre, werde ich immer zur Zugstation gebracht und auch nachts wieder abgeholt. Ich habe meinem Host Dad schon oft angeboten, dass ich auch das Auto an der Station stehen lassen kann, damit ich ihn nicht wecken muss, aber er meinte, ihm ist es lieber wenn er mich abholt, als wenn ich alleine an der Station herumlaufe. Sie sagen beide, dass sie einfach immer daran denken, wie es ihnen gehen würde, wenn eine ihrer Töchter in einem anderen Land wäre und ihr etwas passieren würde. Liebe Grüße an meine Familie in Deutschland – ihr könnt beruhigt sein!

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Meine Kids
Die beiden Mädchen haben mich von Anfang an gut angenommen und ich bin wirklich froh, dass ich so gut mit ihnen klarkomme. Da sie in den ersten zwei Wochen noch Ferien hatten, hatte ich direkt die Möglichkeit sie richtig kennenzulernen. Seit die Schule wieder angefangen hat, sehe ich sie nämlich nur noch recht wenig (was natürlich auch manchmal seine Vorteile hat).
Die beiden sind wirklich liebe Mädchen, aber auch sehr unterschiedlich. Die ältere (8 Jahre) ist sehr umgänglich und hört meistens sofort, wenn ich ihr etwas sage. Sie ist sehr schlau und auch schon recht weit für ihr Alter, das merke ich immer wieder, wenn ich mich mit ihr unterhalte. Man kann sagen, dass sie inzwischen wie eine kleine Freundin für mich ist. Beide Mädels sind ganz groß wenn es darum geht sich über das Essen zu beschweren. Was sie nicht kennen wird erst einmal abgewertet und Gemüse sehen sie sowieso schon mal gar nicht gerne auf ihren Tellern. Meistens meckern sie aber nur am Anfang und essen es dann im Endeffekt trotzdem. Die Kleine ist besonders gut im beschweren und meckern und wird teilweise auch richtig unhöflich und quängelig ohne Grund. Ihre Eltern sind sich ihrem Verhalten sehr bewusst und versuchen gemeinsam mit mir daran zu arbeiten. Im Moment versuchen wir eine hilfreiche Sanktion zu finden (kein iPad und Fernsehen, oder früher ins Bett hilft ganz gut), damit sie lernt, dass sie dieses Verhalten auf dauer nicht weiter bringt. Ich bin wirklich froh, dass meine Gasteltern da voll und ganz hinter mir stehen und es ihnen wichtig ist, dass die Kinder sich mir gegenüber richtig verhalten.
Ich mag meine Mädels wirklich sehr und das wird auch von den kleinen Ausrastern nicht getrübt. Ich bin einfach gespannt, wie sich das Verhalten und unser Verhältnis in Zukunft noch entwickelt.

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Social life
Ich habe schon vorher gehört, dass es absolut nicht schwierig ist hier neue Leute kennenzulernen und bin schon in Deutschland einigen Facebookgruppen für Au Pairs in meiner Gegend beigetreten. Ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Hier gibt es wirklich viele andere Au Pairs und es kommen immer wieder neue dazu. Durch die Facebookgruppen habe ich schon einige tolle Mädels kennengelernt, mit denen ich hier meine Zeit verbringe und die nächsten Trips plane.
Ich bin wirklich froh, dass das Social Media so weit entwickelt und verbreitet ist, dass man ganz einfach mit jedem vernetzt ist.
Auch für den Kontakt nach Hause ist das sehr hilfreich. Durch Facebook, WhatsApp, E-Mails und Skype ist es wirklich gar kein Problem sich gegenseitig regelmäßig auf den neusten Stand zu bringen. Natürlich sind die 10 Stunden Zeitverschiebung manchmal etwas nervig, aber man gewöhnt sich wirklich daran.

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